Hernienzentrum FAQ

Häufige Fragen rund um die Hernien-Operation

Eine Hernienoperation wirft bei vielen Patientinnen und Patienten zahlreiche Fragen auf – von der Wahl des geeigneten Operationsverfahrens bis hin zum Ablauf vor und nach dem Eingriff.

In unserem FAQ-Bereich finden Sie verständliche Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Leisten-, Nabel-, Narben- und Bauchwandbrüche.

Ziel ist es, Ihnen Sicherheit zu geben, Ängste abzubauen und Sie bestmöglich auf Ihre Behandlung vorzubereiten. Im Hernienzentrum der Klinik Neustadt a. d. Aisch erfolgt die Diagnostik und Therapie individuell abgestimmt auf Ihre persönliche Situation – mit modernen, schonenden Operationsverfahren und einer ausführlichen Beratung durch unsere erfahrenen Operateure.

Grundlagen & Diagnose

Entgegen dem Namen bricht bei einer Hernie kein Knochen. Vielmehr handelt es sich um eine Schwachstelle oder eine Lücke in den Schichten der Bauchwand (die sogenannte Bruchpforte). Man kann sich das wie einen Reifen vorstellen, dessen äußere Hülle einen Riss hat: Die mittlere Schicht der Bauchwand, die aus festem Muskel- und Sehnengewebe besteht, weist ein Loch auf. Durch diesen Defekt wird das innere Bauchfell (der Bruchsack) und manchmal auch Organe wie der Darm nach außen gedrückt. Dies ist oft als Vorwölbung oder „Beule“ unter der Haut tastbar.

Ein Bauchwand- oder Leistenbruch zeigt sich meist durch eine sichtbare und fühlbare Vorwölbung.

  • Symptome: Oft bemerken Patienten ein Ziehen oder ein Druckgefühl, das bei Belastung (Husten, Niesen, Heben) stärker werden kann.
  • Tastbefund: Diese „Beule“ lässt sich im Liegen oder durch leichten Druck oft flach drücken (reponieren).
  • Achtung: Sollte die Vorwölbung plötzlich hart werden, schmerzen und sich nicht mehr wegdrücken lassen, könnte dies ein Notfall sein – suchen Sie in diesem Fall bitte umgehend einen Arzt auf.

Die Diagnose ist in der Regel unkompliziert und schmerzfrei. Unsere Spezialisten können einen Bruch meist schon durch eine einfache Blickdiagnose und das Abtasten feststellen. Um die genaue Größe der Bruchpforte zu bestimmen, führen wir routinemäßig eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durch. Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen sind weiterführende Untersuchungen wie eine Computertomografie (CT) erforderlich

Die Operation & Qualität

Die Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) garantiert Ihnen höchste medizinische Standards. Für Sie bedeutet das:

  • Geprüfte Erfahrung durch hohe Fallzahlen.
  • Regelmäßige externe Kontrolle der Behandlungsqualität.
  • Teilnahme an wissenschaftlichen Qualitätssicherungsstudien (z. B. Herniamed).

Ob ein Kunststoffnetz erforderlich ist, hängt von der Operationsmethode und der Größe des Bruches ab. Bei den meisten modernen Verfahren verwenden wir leichtgewichtige, großporige Netze, um die Bauchwand dauerhaft zu verstärken. Dies senkt das Risiko deutlich, dass an derselben Stelle erneut ein Bruch entsteht. Nach der Heilungsphase ist das Netz im Körper in der Regel nicht mehr spürbar.

Ja, viele Hernienoperationen führen wir heute ambulant durch. Ob dies für Sie möglich ist, klären wir individuell in unserer Herniensprechstunde unter Berücksichtigung der Bruchart und Ihres allgemeinen Gesundheitszustandes.

  • Essen & Rauchen: Ab 6 Stunden vor dem Termin nichts mehr essen und nicht mehr rauchen.
  • Trinken: Bis 2 Stunden vorher sind klare Flüssigkeiten (Wasser, Tee ohne Zucker) erlaubt.
  • Hygiene: Am OP-Tag bitte duschen (nicht baden) und den Nabel gründlich säubern. Bitte rasieren Sie das OP-Gebiet nicht selbst, um Infektionen zu vermeiden.

Nach der Operation

Das hängt von Ihrem Beruf ab:

  • Bürotätigkeiten: Meist ist eine Rückkehr nach ca. einer Woche möglich.
  • Körperlich schwere Arbeit: Hier planen wir eine Genesungszeit von bis zu vier Wochen ein.

Bewegung fördert die Heilung. Spazierengehen ist ab dem ersten Tag empfohlen.

  • Nach 1–2 Wochen: Leichte Belastung (Nordic Walking, moderates Radfahren).
  • Nach ca. 6-8 Wochen: Volle Belastung, Kraftsport und Joggen sind wieder möglich.

Duschen ist ab dem zweiten Tag mit einem wasserabweisenden Pflaster erlaubt. Auf Baden, Schwimmen und Saunabesuche sollten Sie für zwei Wochen verzichten. Die Fäden sollten ca. 10 Tage nach der OP entfernt werden (beim Hausarzt möglich).

Sobald Sie vollständig schmerzfrei sind und im Notfall eine Bremsung ohne Einschränkung durchführen können. In der Regel empfehlen wir eine Pause von 5 bis 7 Tagen.

Sobald Sie dabei schmerzfrei sind. Wir raten zu einer körperlichen Schonung von etwa zwei Wochen.