Corona-Helden: Hüft-Operation verschoben – und jetzt?

Ärzte, Pflegepersonal, Supermarkt-Verkäufer: Die Liste der gefeierten Corona-Helden ist lang. Doch nicht alle werden gleichermaßen gesehen und gewürdigt. Die Klinik Bad Windsheim stellt deshalb Menschen vor, die ihren ganz persönlichen Beitrag leisten, die Krise mit möglichst geringen Colateral- Schäden zu überstehen. So zum Beispiel eine schmerzgeplagte Patientin, die sehnlichst auf eine Hüft-Operation wartet.

Am 7. April hätte Carola Limbacher im Endoprothetikzentrum der Klinik Bad Windsheim operiert werden sollen: Ein neues Hüftgelenk für weniger Schmerzen und mehr Lebensqualität. Doch ein winziges Virus mit großer Schlagkraft stellt sie auf eine harte Geduldsprobe.

Arthrose habe sie schon seit Jahren, schildert die 55-jährige Carola Limbacher. Lange kam sie gut damit zurecht. Aber seit etwa einem Jahr sind die Schmerzen extrem. „Ich kann nicht mehr lang laufen, muss mich schon nach 100 oder 200 Metern ausruhen“, sagt Carola Limbacher und ärgert sich über den nachlassenden Körper: „Ich fühle mich wie eine alte Frau, dabei stehe ich noch mitten im Arbeitsleben.“

 

Lange haderte sie, hoffte, die Schmerzen würden von selbst wieder verschwinden oder zumindest konservative Mittel ausreichen. Vergeblich. Auf Anraten eines niedergelassenen Orthopäden überwand die Dame ihre Ängste und entschied sich für den Einsatz einer Hüftprothese in der Klinik Bad Windsheim.

 

Hüft-Operation wegen der Corona-Krise verlegt

 

Alles war geplant: Der Arbeitgeber kam ihr bis zum OP-Termin mit einer vorübergehend sitzenden Tätigkeit entgegen, ihr Mann nahm sich mehrere Wochen Urlaub, um den gemeinsamen Hund zu versorgen, der Termin in der Klinik Bad Windsheim war gesetzt. Fast freute sie sich schon auf die Operation, vor der sie lange Angst hatte, und die dann endlich nachlassenden Schmerzen. Doch wenige Tage vor der Operation kam die bedauerliche Absage: Wegen der Corona-Krise und der Notwendigkeit, Schutzkleidung zu sparen und Intensivbetten für mögliche Corona-Patienten bereitzuhalten, werden alle planbaren Operationen verschoben.

 

Die Überraschung hielt sich in Grenzen. Carola Limbacher hatte die Berichterstattung in den Medien verfolgt und schon fast damit gerechnet, dass die OP abgesagt würde. Trotzdem tat sich unter ihr gefühlt der Erdboden auf, auch wenn sie die Kommunikation vonseiten der Klinik ausdrücklich lobt.

 

Operationen mussten abgesagt werden

Wieder warten, Schmerzen ertragen und die Ungewissheit aushalten, wann endlich Besserung in Sicht ist. „Ich drehe mich im Kreis, bekomme Schmerzmittel, von denen mir schlecht wird und kann nicht mal mit meinem Hund Gassi gehen, ohne mich zwischendurch mehrmals hinsetzen zu müssen. Das schränkt meinen Alltag massiv ein“, ärgert sich die Mittelfränkin über die missliche Lage.

 

Wie ihr geht es etlichen anderen Patienten. An den Kliniken des Landkreises Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim sind aufgrund der Corona-Krise alle planbaren Operationen abgesagt worden. In ganz Bayern und in Deutschland sind davon mehrere Tausend Patienten betroffen. Ziel ist es, damit Intensiv- und Beatmungsplätze für mögliche Corona-Patienten freizuhalten und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, und Leben zu retten.

 

Nach verschobener Operation: Patientin zeigt sich verständnisvoll

Maßnahmen, für die Carola Limbacher vollstes Verständnis zeigt: „Ich kann das alles schon irgendwie verstehen, gerade, wenn ich mir die Lage in anderen Ländern anschaue. Es ist sinnvoll, dass diese Maßnahmen getroffen wurden. Ich frage mich nur: Wie lange wollen wir diese Situation noch aufrechterhalten?“

 

Für sie persönlich wird jede weitere Woche zur Qual: „Ich kann keine Pläne machen, falle im Job ständig aus, weil ich nicht länger als zwei Stunden am Stück stehen kann und muss mich immer wieder krank melden.“ Dazu kommen unerträgliche Schmerzen. Ihre Krankheit sei zwar nicht lebensbedrohlich, aber auch sie leide darunter und sehne sich nach Besserung. „Ich wünschte, ich könnte nach vorn schauen und mich auf einen neuen Termin einstellen. Aber ich fürchte, die Krise wird uns noch länger beschäftigen.“

 

Endoprothetikzentrum Bad Windsheim: Erfahrung und schnelle Genesung

Ist die Zeit der Aussetzung geplanter Eingriffe überstanden, wird sie den geplanten Einsatz der Hüftprothese auf jeden Fall im Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung in Bad Windsheim vornehmen lassen. „Warum sollte ich in eine andere Klinik gehen?“, fragt sie und erläutert: „Ich habe eine hervorragende Klinik vor Ort. Die Chirurgen in Bad Windsheim operieren seit Jahrzehnten Hüften und haben viel Erfahrung“. Auch das Verfahren der schnellen Genesung (Rapid Recovery) habe sie überzeugt. „Ich habe nichts Negatives gehört“, sagt sie schließlich. „Alle, die ich kenne und die sich für eine Operation hier entschieden haben, waren hinterher zufrieden.“

 

Ein Interview mit Chefarzt Dr. Mathias Bender zu planbaren Operationen in Corona-Zeiten lesen Sie hier.

Carola Limbacher beim Sport zuhause