Endometriosezentrum Neustadt a. d. Aisch

Die gynäkologische Abteilung der Klinik Neustadt a. d. Aisch erweiterte kürzlich das Behandlungsangebot um das Endometriosezentrum.

Im Zentrum wird von Endometriose betroffenen Frauen eine vielseitige Therapie wie Operation, Schmerztherapie, Physiotherapie, alternativmedizinische Behandlung (Akupunktur) und Ernährungsberatung angeboten.

Endometriose in der Nähe des Harnleiters links

Endometriose

Definition
Unter dem Begriff „Endometriose" versteht man eine Erkrankung der Gebärmutter, bei der es im Bauchraum zur Absiedlung von Gewebe aus dem Cavum uteri(Gebärmutterhöhle) kommt und selten darüber hinaus auch zur Metastasierung in uterusferne Organe. Biologisch entspricht dieses Gewebe dem basalen Endometrium d.h. der Schleimhaut der Gebärmutterhöhle.

Häufigkeit
Endometriose ist nach den Myomen der Gebärmutter die häufigste gutartige Erkrankung junger Mädchen und Frauen. Die geschätzte Prävalenz liegt bei 5 bis 15 Prozent. Im letzten Jahrzehnt hat es in der Diagnostik und dem Verständnis der Erkrankung zahlreiche Fortschritte gegeben. Die Therapie und die Verankerung der Symptomatik im Bewusstsein der betroffenen Frauen und der behandelnden Ärzte werden stetig verbessert.

Lokalisation
In der deutschsprachigen Literatur wird die Endometriose nach der Lokalisation eingeteilt: Die Endometriosis genitalis interna entspricht der Endometriose in der Wand der Gebärmutter, die Endometriosis genitalis externa beschreibt die Manifestation der Erkrankung im Bereich des inneren weiblichen Genitale d.h. Eierstock, Eileiter etc. und die Endometriosis extragenitalis charakterisiert Läsionen darüber hinaus, so zum Beispiel des Blinddarmes, des Darmes, der Harnblase, der Harnleiter, der Scheide, der Lunge, der Leber, des Nabels und anderer seltener Lokalisationen.
Andere Einteilungen sprechen einfach von der peritonealen Endometriose, der ovarialen Endometriose und der tief-infiltrierenden Endometriose.

Herde der Endometriose hinter der Gebärmutter

Epidemiologie
Die geschätzte Prävalenz der Endometriose liegt bei 5 bis 15 Prozent aller Frauen im reproduktionsfähigen Alter. So ist in der Gruppe mit Fertilitätsproblemen bei 20 bis 48 Prozent eine Endometriose nachweisbar. Bei jungen Frauen mit chronischen Unterbauchschmerzen, die auf hormonelle Therapie oder Therapien mit nichtsteroidalen Antiphlogistika nicht ansprechen, liegt die Prävalenz der Endometriose bei etwa 70 Prozent.

Leitsymptome
Zu den Leitsymptomen der Endometriose gehören:

  • Unterbauchschmerzen während der Periode, später auch außerhalb der Periode
  • Im weiterem Verlauf der Erkrankung breiten sich die Schmerzen aus (Bauch, Rücken etc)
  • Verwachsungen im Bauchraum
  • Störungen der Monatsblutung
  • Primäre und sekundäre Sterilität (ungewollte Kinderlosigkeit)

 

Therapie

Die Endometriose ist eine chronische, hormonabhängige Erkrankung der Gebärmutter mit sehr individueller Prognose. Deshalb sollte sich der Therapieansatz nach den individuellen Bedürfnissen der Patientin richten, ohne dabei in Beliebigkeit abzugleiten. Es gilt, mit der betroffenen Frau zu klären, ob eine Therapie wegen akuter oder chronischer endometriose-assoziierter Schmerzen oder wegen eines unerfüllten Kinderwunsches erfolgen soll.Therapie

Operativer Goldstandard in der Therapie der Endometriose ist die Laparoskopie (Bauchspiegelung) (siehe auch MIGO-NEA).
Die Bauchspiegelung ist einem Bauchschnitt vorzuziehen um die Entstehung der Verwachsungen (die häufig nach einem Bauschnitt entstehen) zu verhindern. Sollte bei Endometriose eine Bauchschnittoperation angeboten werden, ist das Aufsuchen einer auf Bauchspiegelungen spezialisierten Klinik ratsam.

Nach dem heutigen Wissenstand ist die operative Behandlung (Entfernung) der Endometriose, einer nur medikamentösen Therapie, vorzuziehen.

Leiter des Endometriosezentrum Neustadt/Aisch
Jacek Goldzinski
MIC II Qualifikation
Chefarzt der geb.-gyn. Abteilung

Quellen:
Deutsches Endometriosezentrum Berlin (DEZB), Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin, Vivantes Humboldt-Klinikum, Berlin: Dr. med. Halis, Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. h. c. Ebert